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Kapitel 9

„Julie? Hier lag noch ein Armband im Bad…“, Jessy kam zu mir gelaufen und reichte mit das Band. Ich nahm es an mich und bedankte mich. Dann steckte ich es in meine Tasche. Seufzend setzte ich mich auf einen der Kartons, die überall im Flur herumstanden. Ja, jetzt werde ich doch umziehen. Zu meiner richtigen Familie. Meine „Ex-Eltern“ hatten das arrangiert, weil ich ihnen noch mal ins ausdrücklich gesagt habe, dass ich zu meinen richtigen Eltern will. Natürlich brauchte es eine gewisse Zeit, bis sie das begriffen und tolerieren konnten, schließlich war ich das Mädchen, das 15 Jahre lang mit ihnen zusammen gelebt hatte. Doch dann hat Sabine doch bei den Kramers angerufen, die in Wertringen wohnten, das lag ganz in der Nähe von Dillingen. Sie telefonierte mindestens eine Stunde mit meiner leiblichen Mutter, später erzählte sie mir dann, dass die sich riesig gefreut hätte, und es gleich am Abend mit den anderen besprechen würde. Am nächsten Tag war es dann klar – ich konnte, durfte zu meiner richtigen Familie.

Tja, und jetzt, eine Woche bevor die Schule wieder anfing, war ich so gut wie fertig mit ausräumen und alles in Kartons verstauen usw. Den ganzen Tag war ich schon so hibbelig. In nicht mal mehr einer Stunde sah ich meine richtige Familie zum ersten Mal! Wie schnell so was gehen kann…, dachte ich mir. „So, das war der letzte“, Simon stellte den Karton neben mich. „Und der Umzugswagen steht auch schon draußen, also können wir jetzt einräumen“ Ich stand auf und half Bett, Schrank, Sofa und Schreibtisch zu verstauen, schließlich packten wir noch die vielen Kartons ein, dann das rechtliche Zeug.

Auf der Fahrt nach Wertringen träumte ich so vor mich hin. Wie werden sie wohl sein? Wird Marie genauso aussehen wie ich? Wir waren ja eigentlich eineiige Zwillinge… Aber vielleicht hatte sie ihre Haare ganz anders geschnitten oder gefärbt…und vielleicht hatte sie einen ganz anderen Style, vielleicht hört sie ganz andere Musik, vielleicht…

 

 

>>Meine Mami ist drüben auf der Bank da. Ich bin drei Jahre alt, ich bin ein Punker. Alle anderen meinen ich wäre krank - KLAR! Bin klein, doch jung und wild. Komm her, wenn du was willst …<<

„Boah nee“, murmelte ich in mein Kissen und tastete nach meinem Handy. Ich stellte den Wecker aus und schaute auf die Uhr. Viertel vor 6 Uhr morgens. Montag. Erster Schultag. Und schon sprang eine gut gelaunte Marie ins Zimmer. „Julieee..., aufwachen!“ „Ja, ja gleich…“, murmelte ich und stand schwermütig auf. Marie, die sich auf’s Sofa gesetzt hatte, grinste mich an und ich grinste zurück. Heute wird es total lustig – das wussten wir beide.

Ich hatte mich supergut eingelebt hier. Es war einfach alles so perfekt. Die ganze Familie war total nett, Marie tickt fast genauso wie ich, hört die gleiche Musik, hat auch ’nen eigenen Style, … tja, Zwillinge eben. Und Matze, ihr, äh, unser großer Bruder, ist auch voll chillig drauf. Der beste große Bruder den man sich wünschen kann. Natürlich war es am Anfang komisch, als ich meine Familie das erste Mal gesehen habe, aber das hat sich schnell gelegt, ich wurde total lieb aufgenommen und bin jetzt schon – laut Mums & Dads Freunden – gar nicht mehr aus der Familie wegzudenken. Das Gästezimmer wurde kurzerhand zu meinem Zimmer, und ja. Letzte Woche waren Marie & ich shoppen, wir haben uns ein paar gleiche Outfits gekauft, schließlich wollen wir ja auch als Zwillinge erkannt werden ;-)

Mit der Schule ist auch schon alles geklärt – ich werd ab diesem Schuljahr ja auch in Wertringen gehen. Mum hat da schon alles mit dem Direx usw. ausgemacht, dass ich auch in dieselbe Klasse wie Marie komme, und auch Jo & Fabi werde ich dann öfters sehen, weil sie ja auch da zur Schule gehen. Und für den ersten Schultag haben wir und etwas ganz tolles ausgedacht… nachdem wir ja auch von der Frisur her usw. ziemlich gleich aussehen, und Marie’s Friends noch nix davon wissen, dass sie ’ne Zwillingsschwester hat, gehen wir heute total gleich in die Schule.

„Also, was ziehen wir an?“, fragte Marie. „Hmm, keine Ahnung, mir egal“, meinte ich. Ich öffnete den Kleiderschrank und prompt fielen mir ein paar Klamotten in die Arme. „Ach Gott…“, murmelte ich. Marie fing an zu lachen und ich lachte mit. Ihr Schrank war nämlich genauso unordentlich und überfüllt wie meiner. Ich sah mir die Klamotten genauer an und meinte dann: „Nehmen wir doch die gleich“ „Okay“, antwortete Marie, „Wenn ich die Sachen in meinem Schrank finde“, und wir mussten wieder lachen. Sie verschwand Richtung ihr Zimmer. Ich zog meine Schlafklamotten aus und das schwarz-weiß gestreifte Top & die kurze verwaschene Jeans an. Dann ging es ins Bad. Zähne putzen, Haare kämmen und zum Pferdeschwanz hochbinden. Während ich mich noch leicht schminkte, kam Marie ins Bad und machte sich auch fertig. In meinem Zimmer packte ich noch schnell meine schwarze Umhängetasche, am ersten Schultag nach den Ferien braucht man ja nicht wirklich viel, Block, Stifte, Handy, iPod, Labello und Kaugummi. Dann schnappte ich mir noch schnell meine orange Sweatjacke, Marie hat die gleiche in grün, und ging runter. In der Küche saß schon Matze, der aber noch nicht besonders wach aussah. „Morgen!“, begrüßte ich ihn fröhlich und bekam ein mehr oder weniger müdes „Guten Morgen“ als Antwort. „Na, freuste dich schon auf Schule?“, fragte Matze. „Na ja, auf Schule nicht so wirklich, aber ich bin ja mal gespannt, was Marie’s Freundinnen zu mir sagen“, antwortete ich. „Ja, da bin ich auch echt mal gespannt“, kam es von Richtung Tür. „Und was ist mit dir, Matze?“, fragte Marie, die eben hereingekommen war. „Na ja, eigentlich voll kein Bock…“, maulte er. „Ach komm“, versuchte ich ihn aufzuheitern, „ist bei dir doch eh schon die letzte Runde“ „Ja, wenn er’s Abi auf’s erste Mal packt“, Marie stieß Matze lachend in die Seite. „Ha, ha“, meinte dieser zuerst etwas beleidigt, lachte aber dann doch mit. „Mum und Dad sind schon weg, oder?“, frage ich. „Jap“, gab Matze als Antwort. Unsere Eltern mussten von ihrem Job her jeden Tag bis nach München fahren, deshalb waren sie oft schon weg, wenn wir zur Schule gingen.

„Also, ich würd’ mal sagen, los geht’s, oder?“, fragte Marie in die Runde. „Ja, würd’ ich auch sagen“, meinte ich. „Oookay“, stimmte auch Matze zu.

In der Schule angekommen, staunte ich nicht schlecht, die Schule war zwar um einiges kleiner als die in Augsburg, aber dafür viel schöner. Trotzdem hatte sie es in sich – Marie und Matze gingen wie selbstverständlich Treppen hoch, Gänge nach links, dann wieder nach rechts, irgendwann musste Matze dann in die andere Richtung und boah. Ich wär echt verloren gewesen, wenn ich ganz alleine hätte das Seki suchen müssen. Dort angekommen, haben wir uns unseren Stundenplan und andere Infos geholt (welcher Raum unser Klassenzimmer ist, ’n Zettel wo draufstand, welchen Lehrer wir in welchem Fach haben werden uswusf.). Dann wieder Gänge nach links, rechts, Treppe runter, rechts, links,… „So, da sind wir“, sagte Marie. „Supi“, antwortete ich, „Boah hey, ich bin echt froh, dass ich dich hab und du dich hier so gut auskennst, das ist ja Horror hier. Alleine hätt ich mich jetzt 1000 Mal verlaufen, mindestens“ Sie lachte. „Du, weißt du was, ich hab voll die geile Idee.“ – „Ja?“ – Sie fuhr fort: „Du gehst jetzt da rein, und ich komm erst in 2 Minuten oder so nach, meine Leute denken dann bestimmt, dass du ich bist und dann komm da auf einmal ich und..“, wir lachten. „Geile Idee“, stimmte ich zu, „Also, ich geh dann mal rein“, immer noch leicht kichernd öffnete ich die Tür. Und kaum hatte ich die Tür wieder hinter mir geschlossen, kam ein blondes Mädchen auf mich zu. „Mariiiiiiie! Na, Ferien gut überstanden?“ Sie umarmte mich stürmisch. Ich musste mir verkneifen, laut loszulachen, und sagte dann, so ernst wie es ging: „Hey du, sorry, aber ich bin nicht Marie“ Das Mädchen schaute erst etwas verdutzt, lachte aber dann. „Ach komm, verarsch mich doch nicht so“ „Ich verarsch dich nicht!“, beteuerte ich breit grinsend. Langsam kamen auch andere Leute zu uns, und just in dem Moment kam Marie zur Tür rein. „Hey Leute!“, rief sie. Alle sahen zur Tür und die Gesichter waren zum Schießen. Allen klappte der Mund runter, sie sahen zu Marie, dann wieder zu mir und wir konnten nicht anders – lachten total los. Nachdem wir uns etwas beruhigt hatten, erzählten Marie & ich abwechselnd, was in der letzten Woche so alles passiert ist. „Na dann…“, meinte das blonde Mädchen, das sich als Sarah vorstellte, „Willkommen in unserer 10b, der coolsten und chaotischsten Klasse in der Schule hier!“ „Dankeschön und ich glaub ihr seit eh alle voll cool… also ich find’s irgendwie echt toll“, gab ich zurück. „Genau, und dann trinken wir heut Abend auf dich“, rief ein Junge. Wir lachten. Dann kam der Klassenleiter ins Zimmer. Jetzt fängt zwar Schule wieder an, aber ich glaube, mit der Klasse wird das Schuljahr echt rocken, dachte ich mir, als wir alle auf unsere Plätze gingen.




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