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Kapitel 11

 

Das war doch einfach nicht zu glauben. So hätte ich Fabi echt nicht eingeschätzt. Ich war wieder auf dem Weg zurück zum Krankenhaus. Jo hatte mich angerufen und mir kurz geschildert was Fabi gemacht hatte. Aber wieso macht der so was? Der kann doch nicht einfach meine beste Freundin verarschen. Schließlich hatte sie ihm vertraut. Und sie liebte ihn wirklich. Und was macht der? Hat nix besseres zu tun als mit irgendeiner Tussi aus seiner Klasse rumzuknutschen. Und was das für eine war – ich kannte sie schon gut genug, seit ich dort an der Schule war. Die kannte eigentlich so gut wie jeder. Die ist eine von den total künstlich aufgestylten Barbies, die alle 3 Tage ’nen neuen Typen an der Angel haben, und wenn sie durch ist, fängt sie einfach wieder von vorne was mit ihren Ex-Freunden an. Einmal ist sie an Marie und mir vorbeigegangen, hochnäsig wie immer, mit zwei von ihren Barbie-Freundinnen, da hat Marie sie mal gefragt, mit wem sie denn im Moment zusammen ist. Die meinte dann nur: „Ach, ihr seit doch eh nur neidisch, dass ich die süßesten Typen der Schule abbekomme“, und ist mit ihren Mädels weitergezogen. Aber hallo? So was sollen wir uns gefallen lassen, von einem Mädel, dass 1 Jahr jünger ist als wir? Na ja. Wenn ich die das nächste Mal seh, mach ich die fertig, die hats ja echt nicht anders verdient.

Auf einmal hörte ich mein Handy klingeln. Marie. Ich ging ran. „Hey Mariechen“, begrüßte ich sie. „Hey Julie! Wo bist’n du grad?“, wollte sie wissen. „Ich bin grad auf’m Weg zum Krankenhaus, du weißt doch, Lili ist da und na ja, Fabi hat ziemlich Scheiße gebaut und so… ist ’ne längere Story, kann ich dir irgendwann mal erzählen“, sagte ich. „Achso… ja okay, und die Lili musst du mir auch noch irgendwann vorstellen ja?“ – „Klar, mach ich bestimmt“, versicherte ich meiner Schwester. „Ja okay, dann sehen wir uns heut Abend?“, fragte Marie. „Mhm, bis dann, hab dich lieb“ – „Ich dich auch, ciao“, verabschiedete sie sich und ich legte auf.

Mittlerweile war ich auch am Krankenhaus angekommen, wollte gerade zum Aufzug gehen, da sah ich Jo und Fabi in der Eingangshalle sitzen, Fabi schaute etwas verzweifelt. „Aber ich lieb sie doch! Wenn sie das mit Katrin jetzt erfährt, dann ist doch alles aus! Und das will ich doch nicht..!“, hörte ich Fabi beim Näherkommen sagen. „Hi ihr“, ich umarmte Jo kurz und setzte mich dann zu ihnen. Ich war zwar echt sauer auf Fabi, aber versuchte es dennoch im Guten, indem ich ihm erklärte: „Aber schau mal, Fabi, selbst wenn du es ihr jetzt nicht sagst und wieder heile Welt zwischen euch ist, irgendwann wird sie sich erinnern können, und meinst du nicht, dass dann der Stress noch größer ist? Wenn du es ihr jetzt schon sagst, dann weiß sie es zumindest mal, und es besteht ’ne Chance, dass sie dir das verzeiht und ihr zwei wieder zusammen kommt“ „Julie hat Recht“, stimmte Jo mir zu, „Also bitte sag es ihr, bevor sie sich von selbst erinnert. Denn ich denke auch nicht, dass sie dann noch was von dir wissen will“ „Das war ja so klar, dass du wieder zu Julie hältst! Weil du verdammt noch mal in sie verknallt bist, gibs doch endlich zu!“, rief Fabi und wollte aufstehen, aber Jo hielt ihn fest. Er blickte seinen Bruder an und sah dann etwas unsicher zu mir. Ich nahm das nur nebenbei wahr, was Fabi da gerade gesagt hatte. Aber darauf musste ich Jo schon noch mal ansprechen… irgendwann, wenn wir alleine sind.

Fabi sah uns beide böse an. Aber hey, was konnten wir denn dafür, wenn er so Scheiße baut? Ich funkelte zurück und sagte: „Entweder, du sagst es ihr – jetzt -, oder ich geh jetzt hoch zu Lili und erzähle ihr die ganze Story. Ich glaube aber, dass sie es lieber von dir selbst erfahren würde…“ „Dann geh ich!“, sagte Fabi und befreite sich von Jo. Er lief zum Aufzug, und als der nicht gleich kam, nahm er die Treppe.

Jo und ich blieben etwas verdutzt zurück. Das ging jetzt wirklich ein bisschen schnell. Aber uns soll es nur recht sein – es ist wirklich das beste, wenn Lili das von Fabi selbst erfährt. Jo und ich setzten uns wieder hin. Nach einer Weile Stille fing er an… „Du, Julie, das was Fabi da vorhin gesagt hat, dass… dass…“ – „Dass du was von mir willst?“, fragte ich. „Ja, genau das…“, er sah mich an, „Mensch Julie, ich weiß nicht, aber ich glaub, ich hab mich echt in dich verliebt…“ In dem Moment konnte ich fast gar keinen klaren Gedanken mehr fassen… diese Augen… so wie Jo mich ansah… das war einfach… in meinem Bauch kribbelte es und ich begann leicht zu zittern… Also noch mal, Jo war in mich verliebt? Ja, und ich? Liebte ich ihn auch? Ich wusste es nicht… Totales Gefühlschaos.

„Wollen wir ein bisschen raus in den Park gehen?“, fragte er sanft. Ich nickte. Jo stand auf und nahm mich an der Hand. Mein Herz begann ziemlich heftig zu klopfen. Immer noch völlig neben mir folgte ich ihm raus in den Park.

Dort gingen wir eine Weile nebeneinander, bis wir uns schließlich irgendwo am Ende des Parks auf eine Bank setzten. Keiner sagte etwas – wir sahen uns einfach nur an. Mein Herz pochte immer noch ziemlich schnell und überall kribbelte es, als ich so in Jo’s braune Augen sah. Verdammt, was war das denn? Hatte ich mich jetzt etwa auch in ihn verliebt? Aber zuvor hab ich das noch gar nie so gespürt… oder war das erst seit vorhin, als Jo mir diese „Liebeserklärung“ gemacht hat? Ich weiß es nicht…

„Weißt du… eigentlich hab ich mich von Anfang an ein bisschen in dich verknallt… Aber so richtig bewusst hat mir das erst Fabi gemacht… als ich ihm das alles erzählt hab, an dem Abend nachdem du dich auf dem Skaterplatz so gut mit David verstanden hast… das war dann alles ein bisschen zu viel für mich, ich glaub, da war ich wirklich eifersüchtig auf David… und da hab ich Fabi eben erzählt, dass ich, wenn du da bist, immer total Herzklopfen bekomm, und dass es in meinem Bauch kribbelt, wenn ich nur an dich denke und, ach keine Ahnung, auf jeden Fall lieb ich dich wohl heftigst…“ Ich lauschte Jo’s Worten. Konnte nichts sagen, ich lächelte ihn an. Er lächelte leicht zurück. Fragte dann aber wieder etwas unsicher: „Und… wie sieht es bei dir aus…?“ Ich konnte immer noch nichts sagen, aber ich glaub, mein Blick reichte schon. Auf einmal stiegen mir ein paar Tränen in die Augen, die sich langsam ihren Weg über meine Wangen bahnten. Jo lächelte, wischte mir eine Träne weg und kam mir immer näher…

„Leute, ich… ich kann das nicht!“ Jo und ich fuhren auseinander und sahen einen verzweifelten Fabi näher kommen. „Boooah… wieso muss der gerade jetzt kommen?!“, meinte Jo leise und sah mich an. Mein Grinsen wurde immer breiter und auf einmal lachten wir los. Wir mussten beide an die fast identische Situation vor ein paar Wochen denken. Ich wischte mir mit dem Handrücken noch die restlichen Tränen weg, damit ich nicht zu verheult aussah und dann stand Fabi auch schon vor uns.

„Was ist denn los?“, fragte Jo. Aber schon an Fabis Blick erkannte ich was los war. „Du hast es ihr nicht gesagt?“ Er schüttelte den Kopf. „Mensch, Fabi!“, riefen Jo und ich gleichzeitig.

 




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