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Kapitel 13


„Hey Süße, du darfst so was nie wieder machen, ja?“ Lili sah zu Boden und flüsterte leise: „Ja…“ Dann sah sie wieder zu mir auf und begann zu erzählen: „Aber weißt du… das war einfach alles zu viel für mich… und das hat mich dann einfach befreit und… ach, ich weiß doch auch nicht…“

Seit dem Vorfall letzte Woche was ziemlich viel anders. Fast die ganze Schule wusste, was passiert ist – teils, weil sie es selbst mitbekommen haben, teils durch Katrin. Lili wurde dann noch ins Krankenhaus gebracht, sie musste eine Nacht zur Sicherheit dort bleiben, durfte dann aber gleich wieder raus. Und jetzt saßen wir in meinem Zimmer. Eigentlich war sie nur vorbeigekommen, um sich das Mathebuch von mir auszuleihen, da sie ihres in der Schule unter der Bank vergessen hatte, doch jetzt quatschten wir doch noch.

„Aber hey… weißt du… ich hab das auch gemacht…“, ich stockte, als ich merkte, wie Lili mich ansah. „Echt jetzt?“, fragte sie etwas ungläubig. „Mhm, schon…“, fuhr ich fort, „Ja, und auf jeden Fall… das is total scheiße, weißte… mir gings danach auch immer besser, also das dachte ich halt, aber dann hab ich’s wieder gemacht und immer wieder und… na ja… ich hab das dann irgendwann auch Jo erzählt und der hat mir dann klar gemacht, das das total scheiße ist… und wenn’s mir irgendwie scheiße geht, dann soll ich doch zu ihm kommen und dann kann ich auch drüber reden und so… und du hättest doch auch immer zu mir kommen können, Süße, das weißt du doch!“, ich blickte sie an. „Jaa…“, gab sie kleinlaut zu und fummelte an ihrem Verband herum.

„Können wir vielleicht bitte über was anderes reden?“, bat mich Lili. „Ja, klar, und über was?“, frage ich. „Hmm…“, machte sie und fing dann an, breit zu grinsen. „Was denn?“, wollte ich wissen. Dann rückte sie mit der Sprache heraus. „Was läuft da eigentlich zwischen Jo und dir?“ „Ääääähm…“, jetzt war ich ein bisschen irritiert, „wieso?“ „Na ja, hey, das sieht doch jeder dass da was läuft… schon wie er dich immer anschaut und so“, sie sah mich interessiert an, woraufhin ich lachen musste. „Echt? Wie schaut er mich denn immer an?“, fragte ich. „Na ja, so… so total verträumt und er hat immer voll Glitzern in den Augen… also ich würd sagen, der ist mal heftigst in dich verknallt“, grinste sie. „Meinst du?“, fragte ich. „Aber hallo“ „Hmm…“, ich wurde nachdenklich. Seit damals im Park waren wir nicht mehr wirklich allein, und wenn, dann waren andere Sachen wichtiger. Aber langsam wird es doch echt mal Zeit, dass wir das noch mal klären…

„Julie?“, Lili wedelte mit der Hand vor meinem Gesicht herum. „Ääh, ja?“ „Ich muss jetzt gehen…“, sagte Lili. Erst jetzt sah ich, dass Marie in der Tür stand. Da war ich einen Moment lang wohl ziemlich in Gedanken… „Okay, Süße… also dann bis morgen“, wir umarmten uns. „Soll ich noch mit runter kommen?“, fragte ich. „Nein, schon okay, ich find schon raus“, zwinkerte Lili, „Also dann, tschüss!“ „Tschau“, verabschiedete sich auch Marie. Dann setzte sie sich zu mir aufs Bett. Unten hörten wir Matze rufen: „Julie? Besuch für dich!“

„Ähm, ja? Wer denn?“, rief ich zurück, stand auf und ging die Treppe runter. Unten sah ich Dave stehen. Was macht der denn hier? Und wieso wollte er zu mir…? Genau das fragte ich ihn auch, nachdem wir uns begrüßt hatten.

„Na ja, ich… ich wollt dich mal was fragen… können wir vielleicht irgendwohin raus gehen?“, fragte er. „Jap, klar“, antwortete ich. Ich gab Marie und Matze schnell Bescheid, schnappte mir eine Jacke und verließ mit Dave das Haus. Er hatte wie immer sein Board dabei, und so erübrigte sich die Frage, wo wir hingingen. Auf dem Weg zum Skaterplatz fragte ich: „Was wolltest du mich denn jetzt fragen…?“

Nach kurzem Schweigen antwortete Dave: „Also, stell dir vor, du kennst da so einen Jungen…“ „Okaaay…“, ich musste leicht lachen, „Und den find ich ganz süß?“ „Genau“, sagte Dave, „beziehungsweise, nicht nur süß, du hast dich irgendwie auf ’ne komische Art und Weise in den verknallt…“ Woher kenn ich das denn nur, dachte ich mir, und fragte weiter: „Okay, und es wird noch komplizierter, oder?“ „Jaa, woher weißt du denn das alles?“, fragte Dave lachend, aber doch ein bisschen erstaunt. „Keine Ahnung, ich glaub ich kenn das auch…“, antwortete ich wahrheitsgemäß. Inzwischen waren wir beim Skaterplatz angekommen, komischerweise war dort niemand mehr am Skaten. Okay, es war ja auch schon dämmrig… Wir setzten uns auf eine Bank. Dave fuhr fort: „Ja, okay, und der Junge ist halt immer total süß zu dir und ja, du verknallst dich irgendwie immer mehr in ihn. Aber da gibt’s dann noch so ein anderes Mädchen, bei der es auch ziemlich offensichtlich ist, dass sie was von ihm will, und dementsprechend oft macht sie auch was mit ihm zusammen… und er ist auch total lieb und süß zu ihr, und mag sie auch total… aber du liebst ihn ja, und weißt nicht, ob du’s ihm sagen sollst oder nicht…“, er sah mich an. Nach kurzer Stille meinte er: „Jetzt kommt eigentlich dein Part“, und zwinkerte. Ich musste lachen. „Hmm… ja, also…“, ich überlegte, „Ich denke mal, ich würde es ihm schon sagen… damit er einfach weiß, wie viel er mir bedeutet… und wer weiß, vielleicht denkt er ja genauso, aber hat sich nicht getraut, es mir zu sagen…“ „Okay… danke!“, Dave drückte mir ein Bussi auf die Wange. „Heey, nix zu danken“, kicherte ich. „Okay, aber jetzt bist du mal dran, wer ist das Mädel? Kenn ich sie?“, ich sah ihn auffordernd an. „Nee, ich glaub du kennst sie nicht…“ „Ach so, okay…und wie lang kennst du sie schon?“ „Noch nicht lange… ’n paar Monate vielleicht…“, antwortete Dave. „Na ja okay, das passt doch… aber jetzt komm, lass dir nicht alles so aus der Nase ziehen, wie sieht sie aus? Wo hast du sie kennen gelernt? Und so weiter, ich will alles genau wissen“, grinste ich. Er geriet ins Schwärmen: „Ja, also, ich kenn sie vom Skaterplatz und… keine Ahnung, sie ist einfach nur wunderhübsch und hat total schöne Augen und wenn sie mich anschaut… ich bekomm immer total Kribbeln im Bauch, wenn ich nur an sie denk und wird auch immer voll aufgeregt, wenn von ihr geredet wird…“ Ich sah Dave an, wie er so erzählte. Seine Augen glänzten richtig, je mehr er von dem Mädchen erzählte. „Klingt ja so, als wärst du heftigst verknallt…“, lachte ich. „Jaa, ich glaub auch“, sagte Dave.

Wir sahen uns an. Wie in Zeitlupe strich er mir eine Haarsträne aus dem Gesicht, kam mir immer näher und… küsste mich! Moment mal, was sollte das denn jetzt? Doch langsam dämmerte mir etwas…

„Dave?“, fragte ich, nachdem er von mir abließ. „Sorry“, entschuldigte er sich gleich und sah mich unsicher an. Nach kurzem Schweigen meinte er dann: „Ich glaub, ich geh dann mal“, und stand auf. „Ciao, man sieht sich…“, verabschiedete er sich und lief davon. „Tschüss…“, sagte ich noch leise; ich war mir sicher, dass er es nicht mehr gehört hat.

Eine Weile saß ich noch unschlüssig herum und dachte noch mal über die Sache eben nach, dann beschloss ich, noch bei Jo vorbeizuschauen. War ja auch kein Problem mehr hier in Wertringen, alle Viertelstunde fuhr ein Bus nach Dillingen, und mit meiner Schülerkarte kostete es mich auch nichts.

Auf dem Weg zum Haus der Halbigs traf ich Jo, und wir begrüßten uns. Aber irgendwie war er anders heute… Schließlich, nach mehreren Nachfragen meinerseits, was denn los sei, rückte er doch mit der Sprache heraus: „Ich hab euch vorhin gesehen…“, sagte er leise. „Wen? Wo?“, fragte ich irritiert. „Dich und Dave, wie ihr… wie ihr euch…“ „Oh nein…“ meinte ich. „Doch“, er sah mich nun an, „Man Julie, wenn du gar nichts von mir willst, dann sag es mir einfach und dann würd’ ich es auch akzeptieren und… ach fuck…“, er wischte sich eine Träne aus den Augen. „Aber Jo… hey…“, ich nahm ihn am Arm, doch er zuckte zurück. „Lass mich“, meinte er nur. „Hey man, ich… ich wollte das doch gar nicht, das war nur…“ „Ach komm, spar’s dir“, meinte Jo und ging davon. „Aber Jo, ich… ich lieb dich doch!“, rief ich ihm verzweifelt hinterher. „Und das soll ich dir jetzt noch glauben?“, er drehte sich noch mal um. „Ja verdammt!“, mir stiegen auf einmal Tränen in die Augen. Jo schüttelte nur den Kopf und ging dann weiter. Mit einem Schluchzer sank ich zusammen. Die Tränen flossen nun unaufhörlich meine Wangen hinunter und ich konnte nichts dagegen machen. Na toll, dachte ich mir, der erste Streit schon bevor wir richtig zusammen sind…




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